Skyfall: James Bond zwischen den Welten

Nach etwas längerer, umzugsbedingter, Pause geht es im Sitlschreiber direkt mit einer Premiere weiter: Ein Beitrag ohne Foto. Zugegeben, das ist keine besonders ankündigenswerte Premiere, aber immerhin eine erklärbare. Wie bereits an der einen oder anderen Stelle erwähnt, möchte ich das Bildmaterial für den Blog, wenn es möglich ist, selbst produzieren. Nun ist das aber nicht immer möglich. Wo es unbedingt nötig ist, werde sicherlich ab und an auf Fremdmaterial ausweichen. Beiträge wie der heutige kommen aber auch ohne Foto aus, zumal die entsprechenden Bilder und Szenen schnell ergooglet sind. Es geht um Skyfall, den neuen Film aus der James Bond-Reihe.

Skyfall: heiß diskutiert

Bereits vor der offiziellen Premiere des Films wurde heiß über seinen Inhalt und die Anschlussfähigkeit an vorhandene Vorgänger diskutiert. Zur Anschlussfähigkeit aber etwas später, zunächst soll es um den Inhalt gehen. Ist Skyfall nun der beste Bond aller Zeiten, wie so oft in den Feuilletons behauptet, oder handelt es sich um einen seelenlosen Ballerfilm ohne Glamour und Bond-Feeling, wie man von Fans der älteren Filme oft hört? Ich würde sagen: Nichts von alledem. Skyfall ist nicht der beste Bond aller Zeiten, aber sicher einer der sehr guten. Mit Anspielungen auf ältere Filme der Reihe wird nicht gespart: So erinnert die Verfolgungsjagd zu Beginn verblüffend an die Eröffnungsszene aus Die Another Day, der Jeton mit Drachensymbol aus dem Casino lässt den Zuschauer nicht von ungefähr an den Roten Drachen von Macau aus Thunderball denken und der Sender, den Bond von Q überreicht bekommt, war schon in Goldfinger zu sehen.

Action, Story und ein bisschen Tiefgang

Neben aller Action und einer dichten Story, auf die ich im Sinne aller, die den Film noch nicht gesehen haben, nicht eingehen möchte, verhandelt Skyfall aber vor allem verschiedene Welten. Stand in Quantum of Solace noch die Frage nach Gut oder Böse, oder vielmehr deren Beurteilung in Abhängigkeit vom eigenen Standpunkt, im Mittelpunkt, geht es in Skyfall um die Kollision von Wertvorstellungen. Am deutlichsten wird dies am Konflikt zwischen Alt und Neu, wie ihn Bond mit verschiedenen anderen Charakteren, von Silva über Eve bis hin zu Mallory austrägt. Einen Nebenschauplatz dieses Konflikts stellt die Frage nach einem zeitgemäßen Frauenbild – ein Klassiker der Bond-Reine – dar, exemplifiziert an den Rollen von Eve und Sévérine. Die eine nimmt nicht nur ihr Leben, sondern mit der Rasur sogar eine typische Männeraufgabe, selbst in die Hand; die andere lebt in angstkonnotierter Abhängigkeit von einem Mann und sucht Rettung daraus durch einen anderen Mann. Die eine erschießt, die andere wird erschossen – eine klare Positionerung von Regie und Drehbuch.

Fraglicher Anschluss

Derzeit noch etwas schwierig zu beantworten ist für mich die Frage nach der Anschlussfähigkeit des aktuellen Films. Wird das Konzept einer fortlaufenden Serie nun endgültig aufgegeben und durch eine achronische Aneinanderreihung von Bond-Abenteuern ersetzt? Möglich. Zumindest erschwert Skyfall eine stringente Anordnung der vorangegangenen Filme. Die bisherige Abfolge der Filme bis zum Beginn des Reboots mit Daniel Craig wird jedenfalls nicht zu halten sein, weil Skyfall einige Elemente anlegt, die in späteren (bisher früheren) Filmen aufgelöst und weitergeführt werden. Zugleich ist der Film aber eindeutig nicht der erste oder letzte der gesamten Reihe, sondern muss wohl irgendwo in der Mitte eingesetzt werden, um sinnvoll zu erscheinen. Vielleicht schafft die Fortsetzung der Reihe, die ja bereits angekündigt ist und Gerüchten zufolge als Zweiteiler angelegt sein wird, Klarheit in dieser Frage.

Fazit: Ansehen!

Bond kann mehr als nur Action und schmierige Sprüche, das zeigt auch Skyfall, der insgesamt dreiundzwanzigste offizielle Film der Reihe. Ein Kinobesuch lohnt sich meiner Meinung nach in jedem Fall, sei es wegen der exzellenten Regie von Sam Mendes, der Story mit ausreichend Tiefgang und Interpretationsspielraum oder der beeindruckenden Darsteller. Auf die Kostüme, allen voran die Anzüge des Hauptdarstellers Daniel Craig, werde ich in einem eigenen Beitrag noch genau eingehen. Solange gilt: Ansehen!

27. November 2012 von Florian S. Küblbeck
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